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Asien, Asien » Geburtsbericht Daniel

Geburtsbericht Daniel

Soooo, 3 Wochen ist es schon her, dass unser Jason auf die Welt kam. Leider sind die Erinnerungen mittlerweile ein wenig verblasst, aber ich versuche mal, das Ganze aus meiner Sicht, der des passiven Parts, darzustellen. Aber wo anfangen und wo aufhören?
Ich fange nun mal direkt am Tag vor der Geburt an, es war der 29.08.2007.
Jason war mittlerweile seit fast einer Woche überfällig. Die Vorfreude und Spannung war groß, Warten auf ein Kind macht keinen Spass. Man will nur noch, dass es “kommt”, doch unserem Kleinen gefiel es in seinem “1-Zimmer-All-inklusive-Apartment” wohl echt gut. Unser Umfeld war sehr kreativ mit den “Geheimtipps”, das ganze zu beschleunigen, von Sex über heisse Bäder bis Treppensteigen war alles dabei. Auch meine Chefin sagte “Viel Laufen, aber nicht draussen, sondern durch Shopping Malls, am besten stundenlang”. Aus diesem Grund hatte sie mich an besagtem Mittwoch dann auch früher heimgeschickt.
Julia und ich sind dann alsbald ich zuhause war losgezogen in Richtung Harbourfront/Vivocity. Erst waren wir im Harbourfront Foodcenter, wo ich mir die leckeren “Fried Hong Kong Noodles” genehmigte. Julia begnügte sich mit einem Obstteller, was sich später noch als Fehler herausstellen sollte. Anschließend an das Essen begannen wir unseren Marathon durch Vivocity. Wir liefen hin und her und kauften bei der Glegenheit grad noch Crocs, was sich später noch als eine gute Idee erweisen sollte. Den Abschluss machten wir wie immer im Starbucks, wo wir uns noch mit leckeren Getränken eindeckten. Nach über 2 Stunden Shopping und ein paar Euro ärmer kamen wir gegen 20 Uhr wieder zuhause an. Ich bin anschließend Trainieren gegangen während Julia ein Bad nahm. Moment, Julia nimmt doch nur äußerst selten ein Bad. Naja, was soll’S. Auf die Idee, dass sie zu dem Zeitpunkt schon Wehen hatte und das Bad der Wehentest (Trainigswehen oder RICHTIGE Wehen) kam ich erst mal nicht. Also hab ich nach dem Trainieren auch noch gebadet und wir haben uns dann anschließend bettfertig gemacht. Es war so gegen 22 Uhr. Kaum lagen wir im Bett krümmte sich Julia in regelmäßigen Abständen. Ich dachte “So, jetzt geht’s los”. Cool wie wir sind habe ich erstmal die Handystoppuhr mit integriertem Rundenzähler genommen und Länge und Abstand der Wehen gemessen, denn wenn die kürzer als 1 Minute und Abständen größer als 5 Minuten kommen dann hätte ich mich ja nochmal hinlegen und schlafen können. Doch Fehlanzeige! Kurze Abstände und lange Wehen. Und über die Stärke brauchten wir auch nicht diskutieren da es für Julia am erträglichsten war auf der Schüssel zu sitzen und sie sonst nur gekrümmt unterwegs war. Das schien mir stark genug zu sein. Also packten wir in aller Ruhe (Julias Ruhe wurde alle 5 Minuten unterbrochen) noch den Rest der Sachen zusammen. Wir dachten sogar an die wasserdichte Unterlage für den Autositz, sollte die Fruchtblase unterwegs platzen. Irgendwie waren wir die Ruhe selbst und handelten, als würden wir das schon zum 100. Mal machen. Nachdem wir die Wehen über eine Stunde beobachtet hatten und nur blöd rumsaßen entschieden wir uns in die Klinik zu fahren, wo wir ebenso gut warten könnten.
Kurz vor Mitternacht erreichten wir die Klinik, Gott sei Dank, da die Wehen so heftig wurden, dass Julia kaum noch Laufen konnte. Wir wurden gleich in den Kreisaal weitergeleitet, Julia bekam ein ganz hübsches Kittelchen an und wurde gleich an das CTG gehangen. Heftige Wehen in 3 Minuten Abständen und der Muttermund war 2 cm offen, klingt doch gut. Aber es war nach Mitternacht und Julia schon allein dadurch erschöpft, dass eigentlich Schlafenzeit war und sie zu alledem nichts zu Abend gegessen hatte. Die Wehen waren nun so heftig, dass ich erstmal Wasser in die im Raum vorhandene Badewanne ließ. Einsteigen durfte Julia nachdem wir die 3 Din A4 Seiten Regeln zur Nutzung der Wanne gelesen und unterschrieben hatten. Julia zitterte zwischen den Wehen, so was habe ich noch nicht gesehen. Es war kein allzu erbauender Anblick. Als sie dann in die Wanne stieg wurden die Wehen nicht besser sondern sie wurden noch stärker, aber das Zittern zwischendrin hörte auf. Auch die Schwestern sahen, dass es wirklich extrem war und fragte, obwir einer PDA zustimmen würden. Julia war alles recht, also wieder Zettel unterschrieben. Die hätten Julia ein Jahrsabo der örtlichen Feuerwehrzeitung verkaufen können, in dem Zustand unterschreibst du alles.
Um kurz vor 2 Uhr, ich war mittlerweile todmüde und konnte meine Augen kaum noch offen halten, kam dann der Bruder von unserem Frauenarzt, seines Zeichens Anästhesist. Der packte dann einen Haufen Nadeln, Spritzen usw. aus, dass mir schon nicht mehr soooo wohl war. Seit ich mal bei einer Drei-Spritzen-Impf-Aktion zusammengeklappt bin kann ich Spritzen irgendwie nicht mehr so gut ab. Julia musste sich nicht wie in Deutschland üblich hinsetzen sondern das wurde hier im liegen gemacht. Einfach auf die Seite drehen und Rundrücken machen.dann hat er die erste Spritze angesetzt. Ich hab es noch ausgehalten. Dann die zweite Spritze, mir wurde schon mulmiger und ich ging mal vorsichtshalber in die Knie. Danach zog er den Zugang aus der sterilen Packung, mann war der lang. Mir wurde noch mulmiger. Aber als er dann eine Riesenspritze aufzog musste ich mich kurz auf das Klo verabschieden, einfach kurz weg und hinsetzen. Als es wieder ging sah ich dann, dass diese Spritze ja in ein Gerät gespannt worden war, das den INhalt langsam ausdrückt.
Als die PDA wirkte, es war so gegen 2:15 Uhr, entspannte sich Julia ein wenig, dafür kam die Erschöpfung und Müdigkeit voll durch. Die Schwestern kamen und sagten, wir sollten jetzt ein wenig schlafen. Wie bitte???? Schlafen, im Kreisaal? Wir sind hier um ein Kind zu bekommen, nicht um zu schlafen. Nun ja, an schlafen war für Julia eh nicht zu denken da sich der Körper ja trotzdem bei den Wehen immer merklich zusammenzog. Ich döste dann immer wieder kurz ein auf meinem sehr bequemen Ledersessel. Dann zwischendurch kamen die Schwestern und um 7 Uhr war Schichtwechsel. Der Muttermund war nun 8 cm offen. Wow! Dann konnte es ja losgehen. Aber leider war Julia’s Blase voll, was den Kopf unseres Sohnes daran hinderte, weiter nach unten zu rutschen. Das Angebot, einen Katether zu legen stand, jedoch war Julia noch skeptisch und wollte es erst nochmal selbst versuchen. Doch durch PDA betäubt ist ein Gang aufs Klo nicht möglich und auch mit Bettpfanne war nichts zu machen, also wurde der Katether gelegt. Das war gegen 9 Uhr. Dann ging es vorwärts. Das Wärmebett für Jason wurde in das Zimmer geschoben und angemacht und mein Handschuh für Nabelschnurdurchschneiden wurde bereit gelegt. Wir waren zuversichtlich. Dann starteten die ersten Pressversuche. Jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Trotz dem dass ich schon ein paar Haare sehen konnte bewegte sich der Kopf uns nicht weiter entgegen. Mittlerweile war es schon früher Vormittag und auch der Frauenarzt hatte sich nun mal kurz blicken lassen. Er sagte, es sehe vielversprechend aus und bis Mittag sollte es klappen. Noch bestand also Hoffnung dass wir unsere Eltern wenigstens zu einer unchristlichen Zeit aus dem Bett klingeln konnten. Zwischendrin fanden die weitere Pressversuche statt, aber es tat sich nicht viel, Julia war nach nun über 18 Stunden ohne richtiges Essen und 26 Stunden ohne Schlaf auch sehr erschöpft und die Wehen waren mittlerweile wegen der PDA wieder schwächer. Also wieder ein wenig (Aus)Ruhen. Gegen Mittag kam der Arzt wieder, wieder Pressversuche, aber der Kopf wollte einfach nicht weiter flutschen. Der Arzt gab nun eine wehenfördernde Infusion. Wieder eine Stunde warten. Wieder Pressversuche. Der Kopf rutschte nun ein wenig weiter durch.
Nun gegen 14:45 Uhr kam der Frauenarzt wieder und dieses Mal sah es ernst aus. Er, wie immer in italienischen Halbschuhen, Anzughose, Hemd und Krawatte, machte sich nun bereit für den Ernstfall. Erst wurden die italienischen Lederschuhe gegen weiße, italienische Gummistiefel eingetauscht. Dann eine Schürze umgelegt Modell “Schlachter” und anschließend noch der grüne OP-Kittel drüber. Sein Besteck war schon bereit und nun ging es in die finalen Runden. Zu dritt (zwei Schwestern/Hebammen und ich) bogen wir Julia die Knie bis nahezu hinter den Kopf, während sie presste was das Zeug hielt und der Arzt alles ein wenig weitete. Er machte seinen Job gut und nach über einer Stunde war flutschte dann Jason heraus. Es war ein Kampf aber wenigstens musste bei Julia weder ein Schnitt gemacht werden, noch ist sie gerissen. Das waren gute Nachrichten und gute Arbeit vom Arzt. Ich durfte dann die Nabelschnur durchschneiden und Jason wurde sofort abgesaugt, weil er ganz verschleimt war. Dann hörten wir die ersten Zaghaften Schreie, zu diesem Zeitpunkt wartet man auf den ersten Schrei und ist erleichtert, wenn man ihn hört. Das sollte sich dann wieder ändern. Ich durfte dann mitgehen um zu dokumentieren wir er gewogen und gemessen wird. Er war doch tatsächlich leichter und kleiner als der Arzt und prognostiziert hatte. “Nur” 52cm bei 3180g und 32 cm Kopfumfang. Aber er war mit seiner Haarpracht schon jetzt ein ganz Großer. Er wurde Julia dann gleich angelegt nachdem der Arzt die Placenta an der Nabelschnur rausgezogen hatte!!!
Dann wurden wir alle in unser Hotel-, äh ich meine Krankenhauszimmer geführt. Sehr schön eingerichtet. Jason wurde uns dann wieder entführt zum Waschen und Anziehen. In der Zeit riefen wir dann erstmal zuhause an um allen möglichen Leuten die frohe Kunde zu übermitteln. Als er wieder kam wurde sein Haarschopf erst richtig sichtbar und die Schwestern hatten ihm gleich einen Irokesen frisiert. Ich ließ Julia dann kurz alleine um zuhause noch das ein oder andere zu holen, zum Beispiel unseren Laptop. In dieser Zeit hatte Julia ihren 1-stündigen Baby-Blues. Bei mir sollte er noch ein wenig länger anhalten.

… (Fortsetzung folgt)

Dieser Beitrag wurde geschrieben am 20. September 2007 um 05:40:50 und abgelegt unter Daniel. Die Kommentare mit diesem RSS 2.0 Feed verfolgen. Sie können ein Kommentar schreiben oder ein Trackback hinterlegen.

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